Seminar zum Tierschutzstrafrecht 2013 – erneut erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen TIR und Universität Zürich
In Zusammenarbeit mit dem Strafrechtslehrstuhl von Prof. Dr. iur. Daniel Jositsch hat die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) diese Woche ein Seminar zum Tierschutzstrafrecht veranstaltet, mit dem zahlreiche Studierende für das Tierschutzrecht begeistert werden konnten. Der Anlass war aus Sicht aller Beteiligten ein voller Erfolg.
12.04.2013
Bereits zum fünften Mal nach 2005, 2007, 2011 und 2012 hat die TIR in Zusammenarbeit mit der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich ein Seminar zum Tierschutzrecht durchgeführt. Die Veranstaltung fand vom 10. und 11. April 2013 in Zürich statt. Im Vorfeld des zweitägigen Veranstaltungsprogramms hatten die 18 teilnehmenden Studierenden ausführliche Seminararbeiten zu verfassen, deren Fokus auf strafrechtlichen Aspekten des Tierschutzrechts lag.
Das breite Themenspektrum der Arbeiten reichte von der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Tierarztes über tierschutzstrafrechtliche Aspekte der Wildtierhaltung und Verstösse im Rahmen der Tierzucht bis hin zur strafrechtlichen Fragestellungen in den Bereichen der Nahrungsmittelproduktion und des internationalen Tierhandels. Ebenso behandelt wurden etwa die rechtlichen Grenzen bei der Ausbildung von Hunden, die Frage, wie weit Tierversuche für Kosmetika zulässig sind, die negativen Auswirkungen übersteigerter Tierliebe sowie die rechtliche Lage beim Import von im Ausland unter tierquälerischen Bedingungen hergestellten tierischen Erzeugnissen.
Am Morgen des ersten Tags des abwechslungsreichen Seminars standen im Tierspital Zürich zwei interessante Vorträge auf dem Programm. Den Anfang machte Prof. Dr. med. vet. Andreas Pospischil, der die Möglichkeiten und Grenzen der Forensik in der Veterinärmedizin beleuchtete. In seinen interessanten Ausführungen zeigte er die mittlerweile zahlreichen Möglichkeiten auf, wie Tierquälereien auf medizinischem Wege nachweisbar sind. Im Anschluss referierte Dr. iur. Gieri Bolliger, Geschäftsleiter der TIR, über die Besonderheiten und die praktische Umsetzung des Tierschutzstrafrechts. Im Anschluss daran folgte ein Rundgang durch verschiedene Bereiche des Tierspitals unter der Leitung von Dr. med. vet. Titus Sydler.
Am Nachmittag präsentierte Prof. Dr. med. Frank Urbaniok den Teilnehmenden im Hauptgebäude der Universität Zürich hoch spannende Ausführungen über asymmetrische Machtbeziehungen und den Zusammenhang von Tierquälerei und anderen Straftaten. Der forensische Psychiater und Chefarzt des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kantons Zürich wies dabei unter anderem darauf hin, dass viele Gewaltstraftäter in jüngeren Jahren bereits durch Tierquälereien auffällig werden und dass Tierquäler sich oftmals auch der eigenen Familie gegenüber gewalttätig verhalten.
Danach begaben sich die Seminarteilnehmer zum Restaurant Commihalle, um den Tag bei einem gemeinsamen Nachtessen im gemütlichen Rahmen ausklingen zu lassen.
Der zweite Seminartag begann mit der Besichtigung des städtischen Schlachthofs. Die transparente Betriebsführung, die den gesamten Ablauf der Anlieferung von Kälbern über ihre Betäubung bis hin ihrer Tötung zeigte, war eindrücklich und bedrückend zugleich.
Das weitere Seminarprogramm fand an der Universität Irchel in Zürich statt: Die Studierenden widmeten sich in Workshop-Gruppen verschiedenen Tierschutzthemen wie etwa die Tierwürde, problematische Aspekte beim Tiersport oder die Haltung von Wildtieren unter ethischen Gesichtspunkten. Anschliessend präsentierten die Gruppen ihr jeweiliges Thema im Plenum, wobei sich sehr spannende und angeregte Diskussionen ergaben.
Aus Sicht der TIR war das Seminar ein voller Erfolg. Ein Grossteil der verfassten Arbeiten wird Eingang in die Bibliothek der TIR finden und auf diese Weise auch weiteren Interessierten zur Verfügung stehen. Wir bedanken uns bei den Verantwortlichen und Teilnehmenden ganz herzlich für die gelungene Veranstaltung und hoffen, dass das Seminar allen in bester Erinnerung bleiben wird. Insbesondere möchte sich die TIR bei den Referentinnen und Referenten sowie Herrn Hofer, Direktor des Schlachthofs Zürich, für ihre interessanten Ausführungen bedanken. Bereits steht fest, dass auch nächstes Jahr wieder ein Seminar zum Tierschutzstrafrecht stattfinden wird. Die TIR ist überzeugt, auf diesem Weg zahlreiche Studierende für die Thematik sensibilisieren zu können und damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung künftiger Fachkompetenzen im Bereich des Tierschutzrechts zu leisten.

Gruppenbild der Teilnehmenden des Tierschutzstrafrechtsseminars 2013