Tierschutzorganisationen fordern Importverbot für Jagdtrophäen: Petitionsübergabe ans Parlament

Der Nationalrat wird voraussichtlich am 2. Mai 2017 in der Sondersession die Motion "Importverbot für Jagdtrophäen", die von Nationalrätin Maya Graf (GPS/BL) betreut wird, behandeln. Um gegenüber dem in der Verantwortung stehenden Parlament ein Zeichen zu setzen, übergaben OceanCare, Animal Trust und die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) diese Woche 12'400 Unterschriften an das Schweizer Parlament.

07.04.2017

Weltweit hat die Biodiversität in den letzten Jahren abgenommen. Lebensraumverlust, Wilderei und weltweiter Handel sind nur einige Gründe für das fortschreitende Artensterben. Doch auch die legale Jagd auf gefährdete Arten wie Löwen, Elefanten, Nashörner oder Eisbären bedroht ganze Tierbestände und ist nach Auffassung der TIR neben Artenschutz- auch mit erheblichen tierschutzrelevanten Problemen verbunden (mehr hierzu: siehe Newsmeldung vom 3. März 2016).

Der Wert des Tieres bemisst sich für die meisten Jäger nur an der Trophäe. Diese können mit den entsprechenden CITES-Genehmigungen legal mit nach Hause genommen werden. Auch in der Schweiz ist die Einfuhr von Jagdtrophäen geschützter oder stark bedrohter Arten erlaubt. OceanCare, Animal Trust, Pro Wildlife und die TIR fordern daher in einer von OceanCare lancierten Petition ein Einfuhr- und Durchfuhrverbot von Jagdtrophäen gefährdeter Arten für die Schweiz. Ein entsprechender Vorstoss für ein Importverbot von Tiertrophäen wird voraussichtlich am 2. Mai 2017 in der Sondersession behandelt. Zur Unterstützung der Forderung von Nationalrätin Maya Graf überreichten Vertreterinnen von OceanCare, Animal Trust, TIR und ein junger Tierschützer dem Parlament am 4. April die Petition mit 12'400 Unterschriften.

Prominente Unterstützung erhielten sie zuvor von Seiten Hannes Jaenicke, deutscher Schauspieler und Umweltaktivist, der sich in einem Videoclip von OceanCare für ein Importverbot ausspricht.

Die TIR fordert das Parlament auf, diesen dringend notwendigen Entscheid zu treffen. Die Auslandsjagd würde dadurch an Reiz verlieren. Vorgemacht haben es die Niederlande mit dem Erlass eines Importverbots für 200 Wildtierarten.