TIR erfreut: Tschechien verbietet Pelzfarmen
Anfang Juni dieses Jahres hat das tschechische Parlament beschlossen, Pelzfarmen im Land zukünftig zu verbieten. Nach Zustimmung des Senats und mit der Unterzeichnung des Gesetzes durch den tschechischen Präsidenten am 1. August 2017 müssen nun sämtliche Pelzfarmen bis 2019 schliessen. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) ist erfreut über dieses konsequente Verbot und gratuliert der Tierschutzorganisation Animal Defenders (OBRAZ) zu ihrem Kampagnenerfolg.
14.08.2017
Am 7. Juni 2017 hat sich das tschechische Parlament für ein Pelzfarmverbot im Land ausgesprochen. Nach Unterstützung der Gesetzesinitiative durch den Senat am 21. Juli und mit Unterzeichnung des Gesetzes am 1. August durch den Präsidenten tritt das Gesetz nun endgültig in Kraft. Bis 2019, d.h. innerhalb kurzer Frist, müssen damit die neun Pelzfarmen in Tschechien schliessen, in denen jährlich mehr als 20'000 Nerze und Füchse getötet werden. Ausgangspunkt für diese Entscheidung war eine Volksbefragung, bei der sich 83 Prozent der Bevölkerung gegen Pelztierfarmen aussprachen.
Verbote wurden in den vergangenen Jahren u.a. auch in Österreich, den Niederlanden, Slowenien und Kroatien beschlossen. Damit sinkt die Zahl der Länder, in denen die Zucht von Tieren für Pelz langfristig noch zulässig sein wird. Der Deutsche Bundestag hat kürzlich für gesetzliche Mindestanforderungen in der Pelztierhaltung gestimmt, bei denen man davon ausgehen kann, dass sie zumindest faktisch das Aus für Pelzfarmen bedeuten werden. In der Schweiz haben bereits strenge Haltungsvorschriften der Schweizer Tierschutzgesetzgebung eine rentable Pelztierzucht verunmöglicht, weshalb es hier seit über 30 Jahren keine entsprechenden Betriebe mehr gibt.
Obwohl die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung die grausamen Haltungs-, Fang- und Tötungsmethoden klar ablehnt, hat der Import von Pelzprodukten – wie in anderen Ländern – auch in der Schweiz seit einigen Jahren wieder stark zugenommen. Neu stehen nicht mehr die klassischen Pelzmäntel, sondern vielmehr Besätze an Kragen, Stiefeln und Mützen im Fokus. Die TIR setzt sich daher bereits seit Jahren für ein Importverbot tierquälerisch erzeugter Pelze und Pelzprodukte ein. Zwar müssen seit 2014 in der Schweiz verkaufte Pelzerzeugnisse zumindest deklariert werden. Leider enthält die entsprechende Pelzdeklarationsverordnung jedoch eine Vielzahl von Vorschriften, die die angestrebte Transparenz für den Konsumenten stark einschränken und somit den Bemühungen, ihm eine bewusste Kaufentscheidung zu ermöglichen, zuwiderlaufen.
Um ausserdem die Öffentlichkeit auf die mit der Pelzproduktion verbundene Tierschutzproblematik aufmerksam zu machen, haben Schweizer Tierschutzorganisationen die "Stopp Pelz!"-Kampagne ins Leben gerufen. Insgesamt 2'500 Plakate werden dieses Jahr in drei Landessprachen schweizweit zu sehen sein. Die Organisationen hoffen, damit weite Teile der Bevölkerung zu erreichen und für das Leid der Pelztiere sensibilisieren zu können.