Mehr Schutz für Fische bei Labelprodukten: Erster Schritt in die richtige Richtung

Das ASC-Label steht für eine verantwortungsvolle Fischzucht und soll beim Kauf von Fischprodukten für ein gutes Gewissen sorgen. Tierwohl fand dabei in den ASC-Standards bislang aber kaum Berücksichtigung. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) unterstützte daher die von fair-fish lancierte Petition für die Aufnahme von Tierschutzkriterien. Sie wurde mittlerweile dem ASC übergeben, der darauf nun mit einer positiven Stellungnahme reagierte.

26.01.2018

Label sind dazu da, Produkte auszuloben, die hinsichtlich ihrer Herstellungsbedingungen deutlich über den gesetzlichen Minimalstandard hinausgehen, beispielsweise in Bezug auf eine faire Entlohnung der Produzenten, Nachhaltigkeit oder Tierschutz. Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) wurde 2010 unter massgeblicher Mitwirkung des WWF ins Leben gerufen, um durch ein eigenes Label eine "verantwortungsvolle Fischzucht" zu propagieren.

Die Verantwortung bezog sich jedoch ausschliesslich auf die Herkunft des Fischfutters, auf ein Verbot von Erbgutveränderungen bei den Tieren, auf einen massvollen Antibiotikaverbrauch sowie die Einhaltung minimaler Anforderungen an die Wasserqualität. Keine Berücksichtigung fanden hingegen Kriterien zum Umgang und Transport oder zur Tötung der Tiere. Informationen zur Beeinträchtigung des Tierwohls in der Fischzucht, zu den ökologischen Folgen und zur Ende 2017 überreichten Petition finden Sie hier.

In seiner Stellungnahme kündigte der ASC nun an, dass er "wissenschaftlich basierte und spezies-spezifische Kriterien zum Thema Fischwohl definieren" wolle, die später "als freiwilliges Modul an die ASC-Farmstandards gekoppelt" werden sollen. Dies ist ein erster grosser und erfreulicher Schritt in die richtige Richtung, auch wenn sich die TIR verbindliche Standards wünschen würde.

Fische sind hochentwickelte Lebewesen mit vielfältigen Verhaltensweisen, Bedürfnissen und Fähigkeiten; griffige Tierschutzkriterien sind dringend angezeigt. Die TIR erwartet daher mit grosser Spannung die von der ASC in Aussicht gestellten Fischwohl-Kriterien und die Anreize zur Umsetzung derselben.

Darüber hinaus überlegen mittlerweile auch andere grosse internationale Zertifizierungsschemata für nachhaltige Fischzucht – wie z.B. das Label "Friends of the Sea" (FOS), zusammen mit dem Dachverband fair-fish international und dessen Forscherteam –, wie sie das Tierwohl in ihren Standards berücksichtigen können. Der Durchbruch für den Gesinnungswandel in der Fischzucht ist das Ergebnis jahrelanger Kampagnen der Fachorganisation fair-fish und seiner Partnerorganisationen in mehreren Ländern sowie der finanziellen Unterstützung durch das kalifornische Open Philantrophy Projekt, das die Entwicklung und Einführung solcher Richtlinien fördert.      

Die TIR bedankt sich bei fair-fish für den grossen Einsatz und allen, die die Petition an das ASC-Label unterzeichnet und unterstützt haben. Insgesamt kamen 22'884 Unterschriften aus der Schweiz und Deutschland zusammen. Das Statement des ASC zur Petition und die Antwort von fair-fish sind hier abrufbar.

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