TIR enttäuscht über Antwort des BLV zur Petitionseinreichung "Keine Wildtiere im Zirkus"

Über 70'000 Menschen verlangen vom Bundesrat mit ihrer Unterschrift ein Verbot von Wildtieren in Schweizer Zirkussen. Die von der Stiftung für das Tier im Recht (TIR) gemeinsam mit den Organisationen ProTier und VIER PFOTEN initiierte Petition wurde zuständigkeitshalber dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zur Beantwortung weitergeleitet. Die Antwort des Fachamts ist für die TIR nicht befriedigend.

02.05.2018

Am 15. März 2018 wurde die von TIR, ProTier und VIER PFOTEN initiierte und von 24 weiteren Organisationen mitgetragene Petition mit 70'676 Unterschriften der Bundeskanzlei in Bern übergeben (siehe Newsmeldung vom 15. März 2018). Die Bittschrift fordert den Bundesrat auf, das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen und Varietés zu verbieten. Mit diesem deutlichen Statement ist die Schweizer Regierung aufgefordert, die wissenschaftlich fundierten Bedenken gegen eine Wildtierhaltung im Zirkus ernst zu nehmen und das längst überfällige Verbot für Wildtiere in Schweizer Zirkussen endlich auszusprechen.

Ende März ging das Antwortschreiben des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) bei den Initianten ein. Darin wird erklärt, dass aufgrund strenger gesetzlicher Regelung dem Tierwohl in Schweizer Wildtierhaltungen hinreichend Rechnung getragen wird und deshalb keine Notwendigkeit besteht, Wildtiere im Zirkus zu verbieten.

Die TIR ist insbesondere enttäuscht, dass sich das BLV mit den in einem Bericht ausführlich dargelegten Argumenten der Initianten in keiner Weise auseinandergesetzt hat und lediglich auf die aktuelle Gesetzgebung verweist, die von den Petenten fundiert kritisiert wird. Aus diesem Grund haben die drei Organisationen ProTier, VIER PFOTEN und TIR zum Schreiben des BLV eingehend Stellung genommen.

Die mehr als 70'000 Unterzeichnenden der Petition «Keine Wildtiere im Zirkus» fordern den Bundesrat auf, das Leiden der Tiere im Zirkus endlich wahrzunehmen. Sie dürfen erwarten, dass sich die Behörden ernsthaft mit dem Anliegen aus der Bevölkerung auseinandersetzen, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen und ihrer Pflicht, der Würde von Tieren Rechnung zu tragen, nachkommen. Gleichzeitig sehen sich die Tierschutzorganisationen gezwungen, die Kampagne mit erhöhtem Druck weiterzuführen.