TIR bedauert negativen Volksentscheid zur Hornkuh-Initiative
Trotz grosser Sympathien fand sich anlässlich der gestrigen Volksabstimmung dennoch keine Mehrheit: Das Schweizer Stimmvolk hat die Initiative "Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere" mit 54,7 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) ist enttäuscht über den Ausgang der Abstimmung, sieht in der weit über die Landesgrenzen hinaus geführten öffentlichen Debatte über Sinn und Zweck von Kuh- und Ziegenhörnern aber eine positive Entwicklung und wird das Anliegen weiterhin unterstützen.
26.11.2018
Mit dem Ziel, einen Anreiz für den Verzicht auf das Enthornen von Rindern und Ziegen zu schaffen, hat die IG Hornkuh 2014 die Hornkuh-Initiative lanciert (siehe Newsmeldung vom 7.10.2014). Nachdem 2017 sowohl der Bundesrat als auch der Ständerat die Initiative zur Ablehnung empfohlen haben (siehe Newsmeldung vom 16.2.2017) und sich 2018 auch der Nationalrat gegen eine Verankerung des Anliegens in der Bundesverfassung ausgesprochen hat (siehe Newsmeldung vom 5.6.2018), kam es gestern auch an der Urne zu einem knappen Nein von 54,7 Prozent.
Die TIR setzt sich seit Längerem gegen das routinemässige Entfernen der durchbluteten und mit Nerven versorgten Organe ein und bedauert den negativen Volksentscheid deshalb sehr. Bereits 2011 hat sie ein ausführliches Rechtsgutachten über das Enthornen von Rindern veröffentlicht.
Dabei kommt sie zum Schluss, dass der aus wirtschaftlichen Gründen an Kühen und Ziegen vorgenommene Eingriff eine die Kommunikationsfähigkeit der Tiere einschränkende, würdemissachtende Praxis darstellt. Folglich müsste diese Handhabe eigentlich vollständig verboten werden. Solange dies nicht der Fall ist, begrüsst die TIR Massnahmen im Sinne der Initiative, die Anreize dafür schaffen, den Tieren ihre Hörner zu belassen.
Das knappe Resultat und das über die Schweizer Grenzen hinaus ausgelöste Medienecho zeigen jedoch, dass Kühe wieder ins Bewusstsein der Menschen gerückt sind und das Anliegen im Kern Anklang fand. Die TIR gratuliert dem Initianten, Armin Capaul, zu diesem guten Ergebnis und unterstützt seine das Tierwohl fördernden Bestrebungen natürlich weiterhin.