TIR erfreut: Nationalrätin Doris Fiala reicht Motion für eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen ein
Im Juni 2018 konnten die Tierschutzorganisationen Network for Animal Protection – NetAP und die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) ihre Petition für eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen mit über 115'000 Unterschriften dem Parlament einreichen. Mit Eingabe vom 29. November 2018 stützt die Nationalrätin Doris Fiala (FDP/ZH) das Anliegen mit der Motion "Weniger Tierleid dank Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen".
03.12.2018
Die im Frühling 2016 von den Tierschutzorganisationen Network for Animal Protection (NetAP) und Stiftung für das Tier im Recht (TIR) lancierte Petition hat von Seiten des Tierschutzes und der Bevölkerung breite Unterstützung erhalten. Am 12. Juni 2018 konnte die von über 150 Tierschutzorganisationen mitgetragene Forderung nach einer Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen mit 115’567 Unterschriften dem Parlament in Bern überreicht werden. Die FDP-Nationalrätin Doris Fiala hat das Anliegen der Petition von Beginn an unterstützt. Nun stärkt sie das Anliegen der beiden Tierschutzorganisationen mit einem politischen Vorstoss und hat am 29. November dem Parlament die Motion "Weniger Tierleid dank Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen" eingereicht. Die TIR ist hoch erfreut über diesen partei-politisch breit abgestützten Vorstoss und dankt Frau Doris Fiala sowie den 34 mitunterzeichnenden Parlamentarierinnen und Parlamentariern für die Unterstützung des Anliegens.
In der Schweiz leben zwischen 100'000 und 300'000 herrenlose Katzen. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme besteht auch hierzulande ein Streunerproblem. Eine der Hauptursachen hierfür liegt darin, dass Privatpersonen (inkl. Landwirte) ihre Freigänger-Katzen nicht kastrieren lassen und diese zusammen mit herrenlosen, unkastrierten Tieren ständig für weiteren Nachwuchs sorgen. Dies, obwohl die Tierschutzverordnung ausdrücklich festhält, dass Tierhaltende alles Zumutbare tun müssen, um zu verhindern, dass sich ihre Tiere übermässig vermehren (Art. 25 Abs. 4 TSchV). Das Paarungsverhalten unkastrierter Freigänger-Katzen unter Kontrolle zu haben, ist für deren Halter aber praktisch unmöglich.
Die Streunerproblematik ist mit viel Tierleid verbunden. Vermehren sich Katzen übermässig, bilden sich schnell grosse Kolonien auf engem Raum, was zu Hygieneproblemen und zur Ausbreitung von Krankheiten führt. Viele Tiere sterben qualvoll, weil sie keine medizinische Versorgung erhalten oder nicht ausreichend Nahrung finden. Die unkontrollierte Vermehrung von Katzen führt ausserdem dazu, dass jedes Jahr unzählige ungewollte Jungtiere in Tierheime abgeschoben oder ausgesetzt werden. Insbesondere in ländlichen Gebieten werden unerwünschte Katzenwelpen zudem teilweise immer noch ertränkt oder auf andere tierquälerische Weise getötet.
Aus diesen Gründen ist die Haltung unkastrierter Katzen mit Freilauf aus Sicht des Tierschutzes höchst problematisch. Die Kastration von Freigänger-Katzen bildet eine verhältnismässige Massnahme, um einen weiteren Anstieg der Streunerpopulation zu vermeiden, das Katzenleid zu verringern und den Katzenbestand in der Schweiz nachhaltig zu regulieren. Die aktuell geltenden Rechtsvorschriften greifen zu kurz. Aus diesem Grund fordern die Petenten mit ihrer Petition, die Tierschutzverordnung in Hinblick auf Freigänger-Katzen mit einer Kastrationspflicht zu ergänzen und die betreffenden Tierhaltenden damit deutlicher in die Pflicht zu nehmen.
Die beiden Tierschutzorganisationen hoffen nun, mithilfe des öffentlichen Drucks, der von der Petition ausgeht, sowie mit der von Frau Fiala eingereichten Motion das Parlament zur Schaffung einer schweizweit geltenden Regelung zu bewegen, die sämtliche Halter von Freigänger-Katzen verpflichtet, diese von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, bevor sie den Tieren Freilauf gewähren.
Weitere Informationen:
- Homepage zur Petition
- Motion "Weniger Tierleid dank Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen"
- TIR-Informationsflyer "Kastrieren statt töten"
- Medienmappe zur Übergabe der Petition "Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen"
- Newsmeldung vom 30.3.2016: NetAP und TIR fordern Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen - jetzt unterzeichnen"
- Newsmeldung vom 12.6.2018: Petitionsübergabe in Bern: "Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen"
- Newsmeldung vom 4.10.2018: Welttierschutztag: NetAP und TIR wenden sich mit einem offenen Brief an den Bundesrat