"Tierschutzstrafrecht in Theorie und Praxis": Vollständig überarbeitete Zweitauflage
Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) freut sich über eine weitere Publikation in ihrer Buchreihe "Schriften zum Tier im Recht". Die vollständig überarbeitete Zweitauflage des 2011 erstmals erschienenen Werks "Tierschutzstrafrecht in Theorie und Praxis" richtet sich vor allem an Strafverfolgungsorgane, Veterinärbehörden und Gerichte. Sie soll als Informationsfundus zu tierschutzrechtlichen Fragestellungen dienen und einen Beitrag zu einer einheitlichen konsequenten Umsetzung des Tierschutzstrafrechts leisten.
22.05.2019
Das Schweizer Tierschutzrecht ist eine Materie, mit der sich die Strafbehörden in der Regel nicht schwerpunktmässig auseinandersetzen. Fehlendes Wissen führt nicht selten dazu, dass Tierschutzverstösse zu milde oder überhaupt nicht bestraft werden. Um diese Lücke zu füllen und das allgemeine Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Tierschutzverstösse keine Kavaliersdelikte darstellen, sondern konsequent verfolgt und bestraft werden müssen, hat die TIR 2011 erstmals das Werk "Tierschutzstrafrecht in Theorie und Praxis" veröffentlicht. Das Buch hat weite Verbreitung gefunden und wurde in zahlreichen Gerichtsurteilen als Quelle beigezogen.
Weil sich die eidgenössische Tierschutzgesetzgebung in einem steten Wandel befindet, wurde das Werk nun vollständig überarbeitet und der aktuellen Gesetzgebung und Rechtsprechung angepasst. Berücksichtigt wurden sowohl die teilweise umfassenden Revisionen des Tierschutzgesetzes und der Tierschutzverordnung als auch die Integration neuer Verordnungen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Darüber hinaus wurde die Kasuistik zu den einzelnen Tierschutzstraftatbeständen und die sich damit kontinuierlich fortentwickelnde Judikatur – seit 2011 wurde die TIR-Datenbank der kantonalen Strafentscheide in Tierschutzstrafsachen um über 10‘000 Fälle erweitert – aktualisiert. Weiter wurden sämtliche Teile der Neuauflage auf ihre Vereinbarkeit mit neuen Erkenntnissen überprüft und angepasst, bestimmte wichtige Punkte noch klarer herausgeschält, bestehende Mängel im Vollzug und konkrete Lösungsvorschläge hierfür aufgezeigt und die Positionen der TIR zu rechtlichen Fragestellungen wo nötig modifiziert.
Stark ausgebaut wurde letztlich auch das Kapitel über den Schutz der Tierwürde, der in der Praxis leider noch immer nicht die Bedeutung erlangt hat, die ihm von Rechts wegen zustehen würde. Um die Suche nach bestimmten Begriffen oder Kapiteln zu vereinfachen, enthält das Buch ausserdem neu ein Stichwortverzeichnis.
Die Zweitauflage wurde wiederum von den rechtswissenschaftlichen Mitarbeitenden der TIR, Dr. Gieri Bolliger, Rechtsanwalt LL.M., Dr. Michelle Richner und lic. iur. Andreas Rüttimann verfasst. Zum Autorenteam ist ausserdem Dr. iur. Nils Stohner, Rechtsanwalt LL.M., gestossen, der als langjähriger Gerichtsschreiber am Schweizerischen Bundesgericht sehr viel praxisnahes Tierschutzrechtswissen einbringen konnte.
Auf über 400 Seiten liefert das Buch damit eine umfassende und praxisnahe Darstellung sämtlicher Straftatbestände des eidgenössischen Tierschutzgesetzes sowie der zugehörigen Rechtsprechung. Als sachliche Praxishilfe richtet es sich an alle Interessierten, insbesondere aber an Praktiker, Strafverfolgungsorgane, Veterinärbehörden und Gerichte. Es ist im Mai als Band 1, 2. Auflage der Schriften zum Tier im Recht im Schulthess Verlag (408 Seiten / ISBN 978-3-7255-7747-7) erschienen und für 98 Franken im Buchhandel oder direkt im TIR-Shop erhältlich.