World Wildlife Day: TIR macht auf die prekäre Situation im internationalen Wildtierhandel aufmerksam
Zum heutigen World Wildlife Day macht die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) auf die besorgniserregende Situation im internationalen Handel mit Wildtieren aufmerksam. Noch immer bedroht der Wildtierhandel das Überleben und das Wohlergehen von Millionen von Tieren und Tierarten weltweit.
03.03.2020
In den letzten Jahrzehnten hat die Welt drastische Veränderungen erlebt. Der Klimawandel und eine rasch wachsende Bevölkerung, die zu einer erhöhten Nachfrage nach bewohnbarem Land und Konsumgütern führt, erzeugen einen starken Druck auf die Ökosysteme und die natürlichen Ressourcen. Diese Belastung führt zu immer kleineren Lebensräumen für wilde Tiere und Pflanzen. Parallel dazu steigt die Nachfrage nach und somit der Markt für Wildtiere und Wildtierprodukte. So floriert etwa das Geschäft mit exotischen Tieren für den Heimtiermarkt. Aber auch Teile von Wildtieren und aus ihnen hergestellte Erzeugnisse – beispielsweise Reptilienleder, Tiger- und Löwenknochen, Elfenbein oder Schuppentier-Schuppen – sind gefragt. Für gewisse Tierarten haben sich regelrechte Zuchtindustrien entwickelt, andere werden als Wildfang der Natur entnommen. Wildfänge können jedoch Populationen oder gar den Bestand der Tierart und die Artenvielfalt bedrohen.
Neben Artenschutzbedenken hat der Wildtierhandel auch grosse Tierschutzrelevanz. Sowohl bei gezüchteten als auch der Wildnis entnommenen Tieren erfolgt der Umgang mit ihnen – etwa hinsichtlich der Unterbringung, der Haltung, des Transports oder der Tötung – nicht immer tierschutzkonform und ist regelmässig mit erheblichem Stress und Leiden für die Tiere verbunden. In vielen Ländern fehlen auf nationaler Ebene Vorschriften zum Schutz des individuellen Tieres und im internationalen Recht bestehen nur wenige, vor allem auf domestizierte Tiere anwendbare Übereinkommen. Der Schutz von Wildtieren wird auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene daher immer notwendiger.
Die TIR befasst sich seit Sommer 2015 mit dem internationalen Wildtierhandel. Sie baut ihr Engagement im internationalen und nationalen Wildtierschutz auf drei Säulen auf: die Verbesserung der gesetzlichen Grundlagen, die Bereitstellung von Dienstleistungen wie Vollzugshilfen für Behörden und Beratung für alle am Thema Interessierten sowie Öffentlichkeitsarbeit durch die Sensibilisierung der Bevölkerung und Behörden. Weitere Informationen zum Engagement der TIR im Wildtierschutz finden Sie hier unter dem Projekttitel "International Wildlife Protection".
Der World Wildlife Day wurde im Jahr 2013 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Er findet jedes Jahr am 3. März statt – dem Tag der Unterzeichnung des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) im Jahr 1973 – und dient der Zelebrierung von und der Sensibilisierung für die Bedeutung unserer natürlichen Umwelt, insbesondere der Wildtiere und -pflanzen unserer Erde.
