Seminar zum Tierschutzstrafrecht 2021: Erneute erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen TIR und Universität Zürich
Zusammen mit dem Strafrechtslehrstuhl von Prof. Dr. Daniel Jositsch hat die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) letzte Woche wiederum ein Seminar zum Tierschutzstrafrecht durchgeführt. Die teilnehmenden Studierenden hatten dabei die Gelegenheit, sich vertieft mit der facettenreichen Thematik des rechtlichen Tierschutzes auseinanderzusetzen. Wenngleich das Seminar aufgrund der Covid 19-Situation online stattfinden musste, war es aus Sicht aller Beteiligten ein voller Erfolg.
01.04.2021
Bereits zum insgesamt elften Mal hat die TIR in Zusammenarbeit mit der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich ein Seminar zum Tierschutzrecht durchgeführt. Die Online-Veranstaltung fand vom 22. bis 24. März 2021 unter der Leitung von Ständerat und TIR-Stiftungsrat Prof. Dr. Daniel Jositsch und TIR-Geschäftsleiter Dr. Gieri Bolliger statt.
Die 18 teilnehmenden Studierenden hatten im Vorfeld ausführliche Seminararbeiten zu verschiedensten Aspekten des Tierschutzstrafrechts zu verfassen. Das breite Themenspektrum reichte von Arbeiten über die strafrechtliche Verantwortung von Jägern bzw. von Tierärztinnen bis hin zum Zusammenhang von Tierschutzdelinquenz und Gewaltbereitschaft gegen Menschen. Weitere Fragestellungen betrafen etwa die Themen "Schädlingsbekämpfung", "Tierbefreiung und Aufdeckung von Tierschutzverstössen aus strafrechtlicher Sicht", "Tierwürdemissachtung als Straftatbestand", "Qualzucht in Theorie und Praxis" oder "Strafrechtliche Aspekte des Pferde- und Hundesports", um nur einige zu nennen.
An den drei Seminartagen stellten die Studierenden ihre Arbeiten in virtuellen Konferenzräumen vor. Die mehrheitlich sehr ansprechenden Kurzpräsentationen wurden anschliessend im Plenum besprochen, wobei sich regelmässig angeregte Diskussionen ergaben. Abgerundet wurde das Seminar durch drei Fachvorträge von hochkarätigen Tierschutzexpertinnen. Die TIR-Juristin Dr. Michelle Richner sprach über die "Besonderheiten und praktische Umsetzung des Tierschutzstrafrechts in der Schweiz", während Prof. Dr. Hanno Würbel von der Universität Bern die "Biologischen Grundlagen zur Belastungseinschätzung und Güterabwägung im Tierschutzrecht" beleuchtete. Ausserdem eröffnete die Zürcher Kantonstierärztin Dr. Regula Vogel den Seminarteilnehmenden in ihrem Referat "Tierschutzvollzug durch das Veterinäramt" einen spannenden Einblick in die praktische Umsetzung des verwaltungsrechtlichen Tierschutzes.
Vor dem Hintergrund der Covid 19-Pandemie mussten einige Punkte, die üblicherweise fester Bestandteil des Seminarprogramms bilden, leider ausfallen. Dies galt insbesondere für die Besichtigung des städtischen Schlachthofs in Zürich, bei dem die Studierenden jeweils dem sehr eindrücklichen Ablauf der Schlachtung von Schweinen und Kälbern von der Anlieferung über die Betäubung bis hin zur Tötung aus nächster Nähe beiwohnen.
Auch in dieser virtuellen Version war die Veranstaltung aus Sicht der TIR ein voller Erfolg. Ein Grossteil der Seminararbeiten wird nach vollständiger Korrektur Eingang in die Bibliothek der TIR finden und der Öffentlichkeit auf diese Weise zur Verfügung stehen. Wir bedanken uns bei den Verantwortlichen und Teilnehmenden ganz herzlich für das gelungene Seminar und hoffen, dass es allen in bester Erinnerung bleiben wird. Die TIR ist überzeugt, durch entsprechende Lehrveranstaltungen viele Studierende für das Tierschutzrecht sensibilisieren zu können und damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung künftiger Fachkompetenzen zu leisten. Das nächste Tierschutzstrafrechtsseminar ist bereits für das Frühjahr 2022 geplant.

Teilnehmende des Seminars zum Tierschutzstrafrecht 2021