Newsletter TIR-Bibliothek: TIR präsentiert den Lesetipp
In der zweiten Ausgabe ihres Bibliotheksnewsletters 2025 stellt die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) erneut spannende Neuzugänge vor – darunter Bücher, Artikel und Filme rund um aktuelle Tierthemen. Im Mittelpunkt dieser Ausgabe steht das Buch Blind Dates – Das grosse Buch der Haibegegnungen. Es räumt mit weitverbreiteten Mythen über Haie auf, liefert fundierte Fakten und zeigt, warum die Angst vor diesen faszinierenden Meeresbewohnern oft unbegründet ist.
10.07.2025
Kaum ein Tier ist so faszinierend und zugleich so gefürchtet wie der Hai. In Blind Dates nehmen Gerhard Wegner und Christine Gstöttner die Leserinnen und Leser mit auf eine spannende Reise in die Welt der Haie – und räumen dabei mit Mythen und Hollywood-Klischees auf. Mit über 35'000 dokumentierten Haibegegnungen und fundierten Analysen zeigen sie, dass Haie zu Unrecht als gefährlich gelten. Vielmehr gehen zahlreiche sogenannte "Haiangriffe" auf menschliches Fehlverhalten zurück, etwa in dem die Tiere gezielt gefüttert oder durch laute Geräusche oder elektrische Felder in ihren empfindlichen Sinnen gestört werden. Das Buch liefert wertvolle Tipps für ein sicheres und respektvolles Verhalten im Wasser – ergänzt durch 46 interaktive Filme und Animationen, die per Internet-Link und QR-Code abgerufen werden können.
Autor Gerhard Wegner ist Gründer und Präsident von Sharkproject International, einer Organisation, die sich weltweit für den Schutz von Haien und deren Lebensräumen einsetzt. Dazu gehören Bildungsprogramme, Aufklärungsarbeit und politische Lobbyarbeit für strengere Fischereiregeln und mehr Meeresschutzgebiete. Dank ihrer Arbeit wurden bereits zahlreiche wichtige Erfolge erzielt, so beispielsweise ein Fangverbot für den Makohai im Nordatlantik und dessen stärkeren Schutz im Südatlantik oder die Aufnahme von mehr als 60 Haiarten, unter ihnen Requiem- und Hammerhaie, in Anhang II der CITES-Konvention.
Weltweit werten die beiden Organisationen GSAF (Global Shark Attack File) und ISAF (International Shark Attack File) Haiunfälle aus. Die zur Gewinnung des Datenmaterials angewendeten Kriterien sind jedoch unklar, was die abweichenden Zahlen in den beiden Statistiken zeigen.
Was beispielsweise als «Attacke» zählt, reicht von leichten Streifungen bei einem Surfbrett bis zu ernsthaften Verletzungen. Letztere sind jedoch extrem selten, man geht von etwa zehn Todesfällen pro Jahr aus. Dem gegenüber stehen rund 100 Millionen Haie, die jedes Jahr durch die Fischerei getötet werden – meist als Beifang, für ihre Flossen oder indem sie sich bei aus Angst vor Einbussen im Tourismus ergriffenen Schutzmassnahmen (in Form von Hai-Netze und Hakenleinen) lebensgefährlich verletzen.
Was viele nicht wissen: Auch im Mittelmeer leben 47 Haiarten, zu ihnen gehört etwa auch der Weisse Hai und der Riesenhai. Laut dem WWF-Bericht Sharks in Crisis sind jedoch über die Hälfte dieser Arten bedroht. Weltweit sind es laut Weltnaturschutzunion IUCN bereits 37 % aller Hai- und Rochenarten. Hauptursachen sind Überfischung, Lebensraumverlust und Klimawandel. Dabei sind Haie unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht der Meere. Ihr Rückgang gefährdet ganze Ökosysteme – mit fatalen Folgen auch für uns Menschen.
Lesetipp
Blind Dates – Das grosse Buch der Haibegegnungen ist im Handel erhältlich und kann nach Voranmeldung auch in der TIR-Bibliothek eingesehen werden. Neue Titel werden regelmässig im Newsletter der TIR-Bibliothek vorgestellt.