TIR referiert erneut an der Animal Ethics Summer School in Oxford
Rund 180 Teilnehmende aus der ganzen Welt trafen sich im August an der Summer School des Centre for Animal Ethics in Oxford. Die mehrtägige Veranstaltung stand im Zeichen von "The Ethics of Captivity". Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) war mit einer kleinen Delegation an der Konferenz vertreten und referierte zum Thema "Animal modifications to captive conditions".
06.09.2025
Vom 4. bis 7. August 2025 fand im Merton College der Oxford University zum bereits zehnten Mal die internationale Summer School des Centre for Animal Ethics statt. Das renommierte, 2006 von Theologieprofessor Andrew Linzey ins Leben gerufene Oxford Centre for Animal Ethics ist ein unabhängiges Institut zur Förderung des ethischen Status und praktischen Schutzes von Tieren durch akademische Studien und öffentliche Debatten. Weltweit gehören dem Oxford Centre über hundert Fellows aus rund zwanzig Ländern an, die in den Bereichen der Natur- oder Geisteswissenschaften forschen und einen herausragenden Beitrag auf dem Gebiet der Tierethik geleistet haben. Auch gibt das Oxford Centre gemeinsam mit verschiedenen Partnern das Journal of Animal Ethics (JAE) und eine eigene Tierethik-Reihe heraus. Die TIR pflegt seit vielen Jahren einen engen und sehr freundschaftlichen Kontakt zum Oxford Centre for Animal Ethics, Geschäftsleiter Dr. Gieri Bolliger ist seit 2020 ausserdem ein Fellow des Centres (siehe die TIR-Newsmeldung vom 7. Dezember 2020).
An der diesjährigen Summer School diskutierten rund 180 Fachpersonen aus Theologie, Tierethik, Tierrecht, Psychologie und weiteren Bereichen in über 70 Präsentationen verschiedenste Aspekte des Konferenzthemas "The Ethics of Captivity". Das vollständige Programm findet sich hier. Auch die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) war mit einem stark beachteten Fachreferat an der Veranstaltung vertreten.
Unsere Bibliothekarin und Buchbinderin Moena Zeller sprach in ihrem Vortrag "Animal modifications to captive conditions" über die zunehmende Tendenz der Tierindustrie, Tiere zulasten deren natürlicher Bedürfnisse sozusagen zu konfektionieren, d.h. an bestimmte Haltungsbestimmungen anzupassen. Diese höchst problematische Tendenz zeigt sich bei den rechtlichen Regelungen zur Haltung von Heim-, Nutz- und Wildtieren gleichermassen.
Die TIR war mit einer interdisziplinären Viererdelegation an der Summer School in Oxford vertreten. Neben Moena Zeller nahmen im Namen der TIR auch Alexandra Spring, Gabriela Gschwend und Gieri Bolliger an der Konferenz teil. Wir danken den Organisatoren, insbesondere Prof. Andrew Linzey, Dr. Clair Linzey und ihrem grossartigen Team für die erneut perfekte Durchführung des gesamten Anlasses und freuen uns bereits heute auf die Animal Ethics Summer School 2026, die unter dem Titel "Companion Animals" stehen wird. Weitere Impressionen aus den letztjährigen Animal Ethics Summer Schools finden sich hier.