Aalsterben am Hochrhein: Handlungsbedarf bleibt dringend

Unterhalb der Rheinkraftwerke bei Schaffhausen und Eglisau sowie allen noch unsanierten Wasserkraftwerken kommt es in diesen Tagen erneut zu einem massiven Aalsterben – einer Art, die in der Schweiz stark vom Aussterben bedroht ist.

09.03.2026

Auf ihrer über 6’000 Kilometer langen Wanderung schwimmen Aale jeden Winter für die Fortpflanzung aus den Süssgewässern Richtung Meer und Sargassosee. Dabei müssen sie zahlreiche Wasserkraftwerke passieren – für über 90% der absteigenden Aale bedeutet jede Turbinenpassage den Tod. Seit 2011 verpflichtet das Gewässerschutzgesetz die Inhaber bestehender Wasserkraftwerke zur ökologischen Sanierung und zur Sicherstellung der Fischgängigkeit (Fischauf- und -abstieg) ihrer Anlagen bis 2030. Doch keines der 21 Rheinkraftwerke verfügt bislang über wirksamen Fischschutz oder Fischabstieg. Schweizweit behindern rund 1000 Hindernisse die Fischwanderung – Ende 2022 waren erst rund 10% der nötigen Sanierungen umgesetzt. Die Frist 2030 rückt näher, der Vollzug bleibt schleppend – ein massives Tierschutzproblem mit direkten Konsequenzen für die Fische.

Die Lage ist insgesamt besorgniserregend: 70% der einheimischen Fisch- und Krebsarten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden.

Besonders betroffen sind wandernde und kälteliebende Arten wie Aal, Äsche oder Seeforelle. Wasserkraftanlagen stellen dabei die grösste Gefahr dar. Positiv ist, dass der Nationalrat 2025 die Motion von Céline Vara für einen Aktionsplan "Fische" angenommen hat. Der Bundesrat soll nun aufzeigen, wie bedrohte Fischbestände langfristig geschützt werden können – unter anderem durch Renaturierungen, Schutzgebiete und die Sanierung von Wasserkraftanlagen. Entscheidend ist nun die konsequente und zeitnahe Umsetzung wirksamer Schutzmassnahmen – auch wenn dies mit Effizienzverlusten verbunden ist. Nur so lassen sich die aquatische Biodiversität, die Ökosysteme und nicht zuletzt die einzelnen Tiere wirksam schützen.