Hitzestress bei Heimtieren: Wenn das Auto zur Lebensgefahr wird

Obwohl allgemein bekannt ist, dass die Temperatur in einem geparkten Auto innert kürzester Zeit stark ansteigt, werden regelmässig Hunde in Fahrzeugen zurückgelassen. Diese und andere Gefahren im Sommer können für Hunde und andere Heimtiere qualvoll oder gar tödlich enden. Ihre Halterinnen müssen zudem mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

22.06.2026

Kaum steigen die Temperaturen, häufen sich Meldungen über Hunde, die in geparkten Autos zurückgelassen werden. Für die Vierbeiner kann dies innert kürzester Zeit lebensgefährlich werden: Durch die Erwärmung des Fahrzeugs und die fehlende Luftzirkulation drohen Hitzestress, Kreislaufversagen und im schlimmsten Fall der Tod. Besonders tückisch ist, dass es für die Tiere nicht nur bei direkter Sonneneinstrahlung gefährlich wird. Auch an bewölkten Tagen oder auf schattigen Parkplätzen steigt die Temperatur im Innern eines Fahrzeugs rasch auf über 50 Grad. Die meisten Hunde halten Temperaturen ab 40 Grad höchstens 15 Minuten lang aus. Daran ändern auch geöffnete Fenster nicht viel. Die zu geringe Luftzufuhr macht es dem Tier unmöglich, die Wärme durch Hecheln abzugeben.

Wer sein Tier in einer solchen Situation zurücklässt, handelt nicht nur gedankenlos, sondern verstösst auch gegen das Tierschutzrecht und macht sich wegen Tierquälerei strafbar. Dabei kommen insbesondere die Tatbestände der Misshandlung beziehungsweise jener der qualvollen Tötung in Betracht.

Wer auf einen Hund in einem überhitzten Fahrzeug aufmerksam wird, sollte zunächst versuchen, den Halter ausfindig zu machen. Ist dieser nicht auffindbar, muss die Polizei oder Feuerwehr alarmiert werden. Besteht bereits akute Lebensgefahr sind Drittpersonen befugt, die Scheibe einzuschlagen, um den Hund zu befreien. Der Tierretter kann sich in einer solchen Situation darauf berufen, im mutmasslichen Sinne des Tierhalters gehandelt zu haben – rechtlich wird dabei von einer sogenannten Geschäftsführung ohne Auftrag gesprochen. Der Tierhalter wird den finanziellen Schaden folglich selbst tragen müssen.

Der befreite Hund sollte umgehend in den Schatten gelegt werden. Körper und Beine sind am besten mit fliessendem, kühlem Wasser bis auf die Haut zu durchnässen oder mit nassen, kühlen Tüchern zu benetzen, jedoch nicht zuzudecken, da dies die Körpertemperatur erhöhen kann. Weitergehende Behandlungen sind dem Tierarzt zu überlassen. 

Doch nicht nur das Zurücklassen im Fahrzeug stellt für Hunde an warmen Tagen eine Gefahr dar. Glühend heisse Strassen können an ihren Pfoten zu Verbrennungen führen. Um festzustellen, ob die Oberfläche zu heiss für die Pfoten ist, können Hundehalterinnen vor dem Spaziergang ihren Handrücken einige Sekunden auf die Strasse halten. Ist die Temperatur unangenehm, sollte der Spaziergang auf schattige Wege, Wiesen oder Rasenflächen und auf kühlere Stunden verschoben werden. Sind die Pfoten bereits verbrannt, ist ein Tierarztbesuch unumgänglich. Bis zum Tierarzttermin können die betroffenen Stellen unter fliessendem, aber nicht eiskaltem Wasser gekühlt und mit einer Bandage geschützt werden.

Hitzetage können für Hunde ganz im Allgemeinen zur Belastung werden, insbesondere für ältere oder kranke Tiere. Es können jedoch Massnahmen ergriffen werden, um den Sommer für sie angenehmer zu gestalten: Dem Hund muss stets frei zugängliches, frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen. Kühle Plätze unter Bäumen oder auf der Erde werden als Rückzugsort bevorzugt. Das Tier soll ausserdem vor starker Sonneneinstrahlung geschützt werden. Ist der Hund geschwächt, legt sich flach auf den Boden, hechelt stark und weist blasse Schleimhäute auf, könnten dies Anzeichen für einen Hitzschlag sein, der einer sofortigen medizinischen Abklärung bedarf.