TIR informiert: Rücksicht auf Wildtiere bei Aktivitäten im Wald
Insbesondere in den wärmeren Monaten zieht es zahlreiche Menschen zur Erholung oder für sportliche Anlässe in die Berge, an den See oder in den Wald. Doch viele Veranstaltungen und Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick unproblematisch erscheinen, können erhebliche Auswirkungen auf die Tierwelt haben. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) bittet deshalb, vor allem während sensibler Zeiten wie der Brut- und Setzzeit, besondere Rücksicht walten zu lassen und Störungen konsequent zu vermeiden.
27.07.2026
Orientierungsläufe, Mountainbike- oder Langlaufrennen, Pfadi-Grosslager und private Feiern im Wald – derartige Aktivitäten gehen häufig mit einer intensiven Nutzung sensibler Lebensräume einher. Gerade in der Brut- und Setzzeit – in der Regel von Anfang April bis Ende Juli, je nach Tierart auch früher oder später – ziehen viele Wildtiere ihren Nachwuchs auf und sind besonders schutzbedürftig. Wiederholte Störungen durch Lärm, Licht, schnelle Bewegungen oder das Verlassen von Wegen können dazu führen, dass Elterntiere ihre Nester oder Jungtiere zurücklassen. Dies hat nicht selten zur Folge, dass der Nachwuchs auskühlt, verhungert oder vermehrt Fressfeinden ausgesetzt ist. Auch Fluchtreaktionen können vor allem für geschwächte Tiere oder Jungtiere lebensbedrohlich sein.
Besonders problematisch ist, dass viele Störungen dem Menschen gar nicht bewusst sind. Wildtiere reagieren oft bereits aus grosser Distanz auf menschliche Präsenz. Selbst vermeintlich ruhige Aktivitäten wie Wandern abseits markierter Wege oder wildes Campen können erheblichen Stress verursachen. Werden Rückzugsorte regelmässig gestört, kann dies dazu führen, dass Tiere ihre angestammten Lebensräume dauerhaft verlassen oder in weniger geeignete Gebiete ausweichen müssen. Dies verschärft die Situation zusätzlich, da menschliche Eingriffe in Form von Strassen- und Siedlungsbau die Wildtierhabitate bereits massiv einschränken. Auch zurückgelassener Abfall stellt eine ernstzunehmende Gefahr dar. Essensreste können Wildtiere anlocken und ihr natürliches Verhalten verändern, während Verpackungen oder andere Gegenstände Verletzungen verursachen oder sogar tödlich enden können. Zudem bergen offene Feuerstellen und unkontrollierte Lagerfeuer zusätzliche Risiken für Tiere und die von ihnen bewohnten Gebiete.
Umso wichtiger ist es, auf störende Aktivitäten konsequent zu verzichten. Wege sollten nicht verlassen, Ruhezonen respektiert und Veranstaltungen kritisch hinterfragt werden – insbesondere dann, wenn sie in ökologisch sensiblen Zeiten oder Gebieten stattfinden. Problematische Anlässe können bei den zuständigen kantonalen oder kommunalen Behörden gemeldet werden. Durch diese Massnahmen wird ein wichtiger Beitrag zum Schutz der wildlebenden Tiere geleistet.