Friendsmail Nr. 55: Coronavirus / Pelzimportverbot / Vollzugsmissstände

23.03.2020

Coronavirus Symbolbild des BAG

Liebe Freunde von Tier im Recht (TIR)

Aufgrund des sich rasch verbreitenden Coronavirus hat die TIR ihre Arbeit schon vor einigen Tagen fast vollständig auf Home Office-Betrieb umgestellt. Das Wohl der Tiere liegt uns selbstverständlich auch in diesen herausfordernden Zeiten sehr am Herzen. Wir setzen alles daran, all unsere Tierschutzprojekte unverändert weiterzuführen und auch unseren Dienstleistungsbetrieb so gut wie immer möglich aufrechtzuerhalten. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir telefonisch bis auf Weiteres nur von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 15.30 Uhr erreichbar sind und es vor allem auch bei der Beantwortung von E-Mail-Anfragen zu Verzögerungen kommen kann.

Zum Schutz von Mensch und Tier ruft die TIR die Bevölkerung ganz allgemein zu grösstmöglicher gesellschaftlicher Solidarität auf. Bitte befolgen Sie daher unbedingt die laufend aktualisierten Hygieneempfehlungen des Bundes, halten Sie Abstand zu anderen Personen und bleiben Sie wenn immer möglich zu Hause.

In den letzten Tagen haben uns sehr viele Fragen von besorgten Tierhaltenden in Bezug auf eine allfällige Übertragung des Coronavirus auf Tiere erreicht. Bitte seien Sie versichert, dass von Ihrem Tier keine Gefahr ausgeht. Das Risiko einer entsprechenden Ansteckung ist nach dem derzeitigen Wissensstand und den Informationen des Bundes und der Weltgesundheitsorganisation WHO sehr gering. So gibt es keine Hinweise, dass Haus- oder andere Tiere am Coronavirus erkranken. Dennoch kann derzeit noch nicht völlig ausgeschlossen werden, dass sie sich infizieren oder kontaminiert werden, wenn sie im Haushalt eines Coronavirus-Patienten gehalten werden. Die Tiere selber zeigen jedoch keine entsprechenden Symptome, sie erkranken also nicht.

Auch im Umgang mit Tieren gelten selbstverständlich die üblichen Hygienemassnahmen wie gründliches Händewaschen nach jedem Kontakt. Hunde, Katzen und andere Tiere aus einem Quarantänehaushalt müssen nicht speziell gebadet oder desinfiziert werden.

Die Tiere sollten aber von einer gesunden Person betreut werden. Coronavirus-positive Tierhalterinnen und Tierhalter müssen den Kontakt zu ihren Heimtieren (Katzen, Hunde, Kaninchen etc.) möglichst vermeiden. Müssen Hunde nach draussen, sollte dies nur kurz und auf jeden Fall angeleint geschehen. Kontakte zu anderen Menschen und Tieren müssen die Betreuer möglichst vermeiden. Ausführliche Informationen zum Umgang mit Tieren im Zusammenhang mit dem Coronavirus finden Sie beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV).

Trotz der aktuellen Ereignisse versuchen wir konzentriert an unseren Tierschutzprojekten zu arbeiten. Unverändert stark beschäftigt uns etwa das Thema "Pelz". Seit vielen Jahren setzt sich die TIR für ein Importverbot von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten ein. Die auf den 1. April revidierte Pelzdeklarationsverordnung ist aus unserer Sicht noch immer nicht ausreichend, um Pelztiere wirksam zu schützen, wie unsere Stellungnahme zur Verordnung und ein ausführliches TIR-Rechtsgutachten zeigen (mehr hierzu). Es freut uns, dass Nationalrat Matthias Aebischer (SP/BE) nun eine im Wesentlichen auf unsere Argumentation und rechtlichen Schlussfolgerungen gestützte Motion für ein Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte eingereicht hat. Ausserdem unterstützt die TIR die Campax-Petition "Kein Import von tierquälerisch erzeugten Tierprodukten". Wir bitten Sie, die Petition zu unterzeichnen und damit ein Zeichen gegen Pelzprodukte zu setzen.

Für mediales Aufsehen gesorgt hat in diesem Frühjahr auch der "Tierschutzfall Oftringen" (mehr hierzu), der exemplarisch aufzeigt, dass der Tierschutzvollzug in der Schweiz massive Mängel aufweist. Noch immer sehen die zuständigen Behörden bei Missständen viel zu lange weg und greifen erst dann ein, wenn Tiere bereits erheblich zu Schaden gekommen sind. In einem offenen Brief an das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat die TIR auf diese Missstände aufmerksam gemacht. Gemeinsam mit 90 Tierschutzorganisationen fordern wir einen konsequenten Tierschutzvollzug und appellieren an die Verantwortung des EDI, seine Aufsichtspflicht im Zusammenhang mit den Vollzugsproblemen wahrzunehmen und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.

Abschliessend möchten wir Ihnen im Namen unseres gesamten TIR-Teams von Herzen unsere allerbesten Wünsche in dieser herausfordernden Zeit übermitteln. Bleiben Sie gesund und passen Sie gut auf Ihre Mitmenschen und Tiere auf!

In Verbundenheit und mit herzlichen Grüssen,

Ihre Stiftung für das Tier im Recht (TIR)

Rigistrasse 9

8006 Zürich

+41 (0)43 443 06 43

info@tierimrecht.org

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