TIR referiert an Global Animal Law Conference in Barcelona

Tierschutzrechtsexperten aus der ganzen Welt haben an der zweiten "Global Animal Law Conference" in Barcelona Konzepte für die internationale rechtliche Besserstellung von Tieren diskutiert. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) war mit einer stattlichen Delegation an der Konferenz vertreten, ihr Geschäftsleiter Gieri Bolliger referierte zudem über den Schutz der Tierwürde im Schweizer Recht.

23.07.2014

Zehn Jahre nach der ersten "Global Animal Law Conference" in Montreal trafen sich am 10. und 11. Juli weit über hundert Tierschutzjuristen aus allen Teilen der Welt in Barcelona, um sich über Lösungsansätze für die globalen Herausforderungen des Tierschutzes auszutauschen. Der Kongress wurde an der Universitat Autònoma de Barcelona (UAB) durchgeführt, die einen speziellen Masterlehrgang im Bereich "Animal Law" anbietet. Gemeinsam mit dem Center for Animal Studies (CALS) der Lewis & Clark Law School Portland und dem College of Law der Michigan State Universitiy war die UAB auch Organisatorin der Konferenz.

Das Vortragsprogramm ermöglichte dem Publikum einen vertieften Einblick in die tierschutzrechtlichen Problemfelder auf allen Kontinenten. Referierende aus den USA und Europa (Spanien, Italien, Frankreich und Finnland), aber auch aus China, Japan, Hongkong, Kanada, Südafrika, Australien, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Kolumbien und Kasachstan stellten nationale Lösungsstrategien vor. Verschiedene Vorträge befassten sich zudem mit globalen, das heisst grenzübergreifenden Konzepten. Das vollständige Konferenzprogramm finden Sie hier.

Die TIR war mit einer Delegation von sieben Tierschutzjuristen am Kongress vertreten und ihr Geschäftsleiter, Dr. Gieri Bolliger, zudem als Speaker eingeladen. In seinem Referat mit dem Titel "Protection of Dignity: Switzerland Sets a New Standard in Animal Law" erläuterte er das in der Schweiz geltende Rechtsprinzip des Schutzes der Tierwürde.

Dabei beleuchtete er sowohl die einzelnen inhaltlichen Aspekte der – weltweit noch immer einzigartigen – Grundsatznorm als auch die Probleme bei der konkreten Umsetzung in die Alltagswirklichkeit. Abschliessend appellierte Bolliger an das Publikum, bei der Suche nach Möglichkeiten, den rechtlichen Tierschutz auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene voranzubringen, kreativ zu sein und stets auch neue und unkonventionelle Lösungsansätze zu prüfen. Das Schweizer Modell des Würdeschutzes könnte hierfür durchaus Vorbildcharakter haben.

Die Konferenz wurde von allen Beteiligten als grosser Erfolg gewertet. Internationale Veranstaltungen sind für die Vernetzung von Tierschutzjuristen und die grenzüberschreitende Weiterentwicklung des rechtlichen Tierschutzes von grosser Bedeutung. Die TIR freut sich über das weltweite Engagement zahlreicher Juristen für das Wohl der Tiere und dankt den Organisatoren für den äusserst gelungenen Kongress.

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