TIR an Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES)

Vom 11. bis 15. Januar 2016 tagte in Genf der ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Circa 500 Vertreter von Regierungen und Organisationen diskutierten über die Regulierung des internationalen Handels mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Viele Tierarten sind infolge des wachsenden internationalen Handels mit lebenden Tieren oder Tierprodukten gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht.

21.01.2016

Das CITES ist ein internationales Handelsübereinkommen, das zum Ziel hat, durch einen kontrollierten Handel den Bestand gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Es wurde 1973 in Washington unterzeichnet und von der Schweiz – als eines der ersten Mitgliedsländer – 1975 ratifiziert. Die durch CITES geschützten Arten werden grundsätzlich nach ihrem Gefährdungsgrad in drei Klassen bzw. in die Anhänge I-III eingeteilt. Rund 5600 Tier- und 30'000 Pflanzenarten unterliegen unterschiedlich starken Schutzstufen. Je nach Zuteilung ist der internationale Handel mit diesen Arten verboten oder eingeschränkt.

Die TIR befasst sich seit Sommer 2015 intensiv mit den Themen Wilderei und Handel mit lebenden Tieren, Jagdtrophäen und illegal erstandenen Tierprodukten wie Elfenbein, Nashornpulver etc. (lesen Sie hier mehr über die entsprechenden Bestrebungen der TIR in Kenia und Simbabwe). Um dem enormen Tier- und Artenschutzproblem entgegenzutreten, bedarf es neben juristischem Know-how zwingend auch der Vernetzung und des Informationsaustauschs. Die TIR nahm zum ersten Mal als Beobachterin an einer CITES-Konferenz teil. Die 66. Zusammenkunft des ständigen Ausschusses stellte eine Vorbereitung auf die im September in Johannesburg stattfindende Vertragsstaatenkonferenz (sog. CoPs) dar, an der sämtliche Mitgliedstaaten vertreten sind und unter anderem Änderungen der Anhänge bezüglich Auf- und Herabstufung des Schutzstatus einzelner Arten beschliessen.

An der diesjährigen Tagung standen Themen wie etwa die Zucht und Lebensbedingungen von Tieren in Gefangenschaft oder der Handel und Erhalt gewisser Arten – insbesondere von Elefanten, Nashörnern, Schuppentieren, asiatischen Grosskatzen, Saiga Antilopen und verschiedenen Haiarten – auf dem Programm. Für den Elefanten stellt vor allem der Handel mit Elfenbein eine grosse Bedrohung dar.  Die Zahl der wegen ihrer Stosszähne getöteten Tiere ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Dennoch wird immer wieder über die Freigabe des Elfenbeinhandels diskutiert. Aufgrund der besorgniserregenden Dimension der Wilderei hat der ständige Ausschuss diese Debatte vergangene Woche jedoch erfreulicherweise ausgesetzt. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen wird an der Vertragsstaatenkonferenz im September in Südafrika zu treffen sein. Das gesamte Konferenzprogramm kann hier eingesehen werden.

Die TIR wird die Arbeit der CITES-Organe weiter verfolgen und dabei darauf hinwirken, dass über den Artenschutz hinaus auch der Tierschutz nicht vergessen geht. Im Unterschied zum Artenschutz stellt der Tierschutz auf das einzelne Individuum und seine Unversehrtheit ab. Der weltweite Handel birgt neben Arten- auch enorme Tierschutzprobleme, insbesondere bezüglich Fang, Transport, Haltung oder Tötung exotischer Tiere.