Band 20 der TIR-Schriftenreihe erschienen: "Stellung des Tieres im Strafrecht, im Strafprozessrecht und in der Kriminologie"

Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) freut sich über die neuste Publikation in ihrer Buchreihe "Schriften zum Tier im Recht". Das Werk wurde von der langjährigen TIR-Mitarbeiterin Christine Künzli im Rahmen ihrer SCIP-Ausbildung "Legum Magistra in Criminology" an der Universität Bern verfasst. Es widmet sich der Stellung von Tieren im Stafrecht, im Strafprozessrecht und in der Kriminologie.

27.04.2021

Der neu erschienene Band 20 der Schriften zum Tier im Recht setzt sich mit der Stellung des Tieres im Schweizer Strafrechtssystem auseinander. Zwar wird der moralische Status von Tieren allgemein anerkannt und wurde im Tierschutzgesetz ein umfassender Deliktskatalog geschaffen, der eine Vielzahl von Handlungen mit und an Tieren kriminalisiert. Die zunehmende Sensibilisierung für Tierschutzanliegen hat allerdings zu einer stark zunehmenden gesellschaftlichen Kritik an bestimmten Umgangsformen mit Tieren geführt, die durch das geltende Recht noch immer weitgehend legitimiert werden. Nicht nur von Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen werden daher grundsätzlich striktere Vorgehensweisen der Behörden und strengere Strafen für Tierschutzdelinquenten gefordert.

Die langjährige TIR-Mitarbeiterin Christine Künzli befasst sich in ihrem Werk mit der Frage, ob diese Anliegen als Konsequenz der neoliberalistischen Entwicklung im Strafrecht und der allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Forderungen nach mehr Strafhärte und Prävention zu verstehen sind oder angesichts der tierethischen Diskussion tatsächlich weiterer Handlungsbedarf im Tierschutzstrafrecht besteht. 

Um dies zu klären, analysiert sie die Stellung des Tieres im materiellen Strafrecht und Strafprozessrecht sowie die Relevanz von Tierschutzdelikten in der aktuellen kriminologischen Forschung. Gestützt auf die gewonnenen Erkenntnisse soll eine Diskussion über aus Tierschutzsicht notwendige Verbesserungen im Strafrechtssystem stattfinden, eine Neuausrichtung der kriminologischen Forschung im Bereich der Tierdelikte aufgezeigt und eine Reihe kriminalpolitischer Forderungen aufgestellt werden.

Als praktische Übersicht über die Stellung des Tieres im Strafrechtssystem und in der Kriminologie richtet sich die Publikation insbesondere an Strafverfolgungsorgane, Gerichte und Studierende. Es soll als Informationsfundus zu tierschutzrechtlichen Fragestellungen dienen und einen Beitrag zu einer einheitlichen konsequenten Umsetzung des Tierschutzstrafrechts und dem wissenschaftlichen Diskurs leisten.

Das 144-seitige Buch ist für 59.- Franken im Buchhandel oder direkt im TIR-Shop erhältlich.