TIR bittet um Rücksichtnahme auf Tiere bei der Nationalfeier


Nachdem am Nationalfeiertag 2020 die meisten Feste coronabedingt ausgefallen sind, freuen sich viele Menschen auf die Wiederaufnahme der traditionellen 1. August-Feierlichkeiten in diesem Jahr. Für Heim-, Nutz- und Wildtiere bedeuten das Ablassen von Feuerwerkskörpern und die lauten Knallgeräusche jedoch oftmals Angst und grossen Stress. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) bittet deshalb um Rücksichtnahme.

30.07.2021

Bunte und von lauten Knalleffekten begleitete Feuerwerke sind im ganzen Land beliebt und verbreitet. Während viele Menschen sich an Feuerwerkskörper erfreuen, wächst hingegen die Anzahl jener Personen, die unter den Auswirkungen leiden. Besonderen Stress erfahren zudem auch Heim-, Nutz- und Wildtiere, sei dies in Wohnungen und Ställen oder auch unter freiem Himmel. Darüber hinaus führen Feuerwerke zu einer nicht zu vernachlässigenden Feinstaubbelastung und Umweltverschmutzung durch den verursachten Abfall.

Insbesondere angebundene oder in Räumlichkeiten eingesperrte Tiere haben keine Möglichkeit, sich dem Lärm zu entziehen. Bei Wildtieren, die besonders empfindlich auf potenzielle Gefahren reagieren, löst lautes Feuerwerk oft eine Fluchtreaktion aus, die kostbare Energiereserven verbraucht und damit lebensbedrohliche Folgen hervorrufen kann. Zudem können aufgeschreckte Haus- und Wildtiere auch Unfälle verursachen, durch die Mensch und Tier zu Schaden kommen. Nicht zuletzt ereignen sich im Rahmen der Nationalfeier immer wieder tragische Brandfälle, ausgelöst durch unkontrolliert abgebrannte Feuerwerkskörper. Besonders in Scheunen und Stallungen mit grösseren Tierbeständen besteht die Gefahr, dass nicht alle Tiere rechtzeitig gerettet werden können, sondern qualvoll verenden.

Zu bedenken gilt es im Weiteren, dass viele Tiere über ein weit ausgeprägteres Gehör verfügen als der Mensch und Knallgeräusche daher intensiver erleben.

Auch der Geruch von gezündeten Feuerwerkskörpern kann einen Fluchtinstinkt auslösen. Aus diesem Grund ist es ratsam, Heimtiere wie vor allem Hunde und Katzen abends im Haus zu betreuen. Dabei sollte man sich möglichst natürlich verhalten, um die Angst des Vierbeiners nicht ungewollt zu verstärken. Unbedingt vermieden werden sollten Spaziergänge oder das Gewähren von Freilauf nach dem Eindämmern der 1. Augustnacht. Empfindliche Hunde können durch unerwartetes Knallen in Panik geraten und weglaufen, sodass sie unter Umständen nicht mehr in der Lage sind, den Rückweg zu finden.

Erfreulicherweise gibt es zurzeit verschiedene Anstrengungen zum Schutz von Tieren und der Natur vor den negativen Einwirkungen durch Feuerwerke. Bereits mehrere Städte untersagen das Zünden von Feuerwerkskörpern und immer mehr ziehen nach. Beispielsweise beschloss die Gemeinde Davos im September 2020 ein grundsätzlich ganzjähriges Feuerwerksverbot. Auch in der Berner Innenstadt dürfen seit kurzem keine Feuerwerke mehr abgebrannt werden. Zudem startet demnächst die Unterschriftensammlung für eine eidgenössische Volksinitiative, die eine starke Einschränkung von Feuerwerk vorsieht. Die TIR hofft auf deren Erfolg und wünscht einen friedlichen Nationalfeiertag für Mensch, Tier und Natur!