TIR bittet um Mithilfe: Stoppen wir gemeinsam die Einfuhr von Jagdtrophäen!

Die Jagd auf exotische Tiere ist sowohl aus Arten- als auch aus Tierschutzsicht problematisch. Aktuell hat das Parlament die Möglichkeit, ein wichtiges Zeichen zu setzen und den Import von Jagdtrophäen, die von Tieren gefährdeter Arten stammen, zu verbieten. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) bittet die Öffentlichkeit, den Ständerat in einem offenen Brief auf die Dringlichkeit dieses Anliegens aufmerksam zu machen.

23.12.2021

Trophäenjagd bezeichnet die Jagd auf Wildtiere mit dem Ziel, das ganze Tier oder Teile davon zu konservieren und als Trophäe zur Schau zu stellen. Je seltener die Art und je grösser die Hörner, Mähnen oder Stosszähne, desto begehrter ist ein Tier als Jagdtrophäe. Die Trophäenjagd ist in vielen Ländern legal. Der internationale Handel mit frei lebenden Tieren gefährdeter Arten wird durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geregelt. Dieses wurde bereits 1973 angesichts des dramatischen Rückgangs vieler Arten durch Wilderei und Handel geschlossen. Dennoch zeigt sich die Situation heute prekärer denn je. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass das CITES-Abkommen nicht den konsequenten Schutz von Tieren bezweckt, vielmehr soll es den entsprechenden Handel lediglich regulieren. Sind gewisse Voraussetzungen erfüllt, dürfen selbst gefährdete und stark bedrohte Tierarten geschossen und als Trophäen in die Schweiz importiert werden.

Weil auch Schweizer Trophäenjägerinnen und -jäger ferne Länder bereisen, um exotische Tiere zu schiessen, reichte die damalige Nationalrätin Isabelle Chevalley (GLP/VD) im März 2019 im Parlament eine Motion für ein Verbot der Ein- und Durchfuhr von Jagdtrophäen, die von nach CITES geschützten Tieren stammen, ein.

Nachdem sich der Nationalrat im vergangenen Jahr für deren Annahme ausgesprochen hat, wird sich in der kommenden Frühjahrssession nun der Ständerat mit dem Geschäft befassen. In Anbetracht der massiven Arten- und Tierschutzprobleme, die mit der Trophäenjagd verbunden sind, wäre ein Importverbot nach Ansicht der TIR dringend geboten.

Zur Unterstützung des Vorstosses hat die TIR nun einen offenen Brief aufgesetzt, der dem Ständerat im Vorfeld der entsprechenden Abstimmung vorgelegt werden soll. Wir hoffen auf grosse Unterstützung aus der Bevölkerung, um den Parlamentsmitgliedern die Dringlichkeit dieses Anliegens zu verdeutlichen. Eine im Oktober 2021 durchgeführte repräsentative Umfrage durch das Forschungsinstitut gfs-zürich zeigt bereits, dass sich 96 Prozent der rund 1000 Befragten für ein entsprechendes Importverbot aussprechen. Die Schweiz soll damit ihren Teil der Verantwortung übernehmen und nicht länger zum entsprechenden Artensterben beitragen. Setzen wir uns daher gemeinsam dafür ein, dass der Ständerat in der kommenden Frühjahrssession, die vom 28. Februar bis zum 18. März 2022 dauert, das geplante Importverbot für Jagdtrophäen von Tieren gefährdeter Arten beschliessen wird. Wir danken Ihnen für die Unterzeichnung unseres offenen Briefes an die Mitglieder des Ständerats!

Weitere Informationen

Einfuhr von Jagdtrophäen in die Schweiz 2010 bis 2019
Umfrage zur Einfuhr von Jagdtrophäen