Update zur TIR-Kampagne betreffend Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen

Nachdem der Nationalrat die Motion bereits angenommen hat, soll nun auch der Ständerat dem Verbot betreffend Import von Jagdtrophäen zustimmen. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) unterstützt dieses sowohl aus Arten- als auch aus Tierschutzsicht wichtige Anliegen, indem sie seit Ende letzten Jahres Unterschriften für einen offenen Brief an den Ständerat sammelt und soeben einen TIR-Info-Flyer zum Thema publizierte.

08.02.2022

Als Trophäenjagd wird jene Art der Jagd bezeichnet, deren Ziel darin besteht, das erlegte Wildtier oder Teile davon zu konservieren und als Trophäe zur Schau zu stellen. Dabei gilt generell: Je seltener die Art und je grösser die Hörner, Mähnen oder Stosszähne, desto begehrter ist ein Tier als Trophäe. Die Trophäenjagd auf Tiere, die vom Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) erfasst sind, ist sowohl aus Arten- als auch aus Tierschutzsicht höchst problematisch. Dennoch wird sie vielerorts als Attraktion für Jagdtouristen angeboten. Auch Schweizerinnen und Schweizer bereisen ferne Länder, um sich als Trophäenjäger zu betätigen, exotische Tiere zu schiessen und die Trophäen sodann in die Schweiz einzuführen.

Nachdem die damalige Nationalrätin Isabelle Chevalley (GLP/VD) im März 2019 im Parlament eine Motion für ein Verbot der Ein- und Durchfuhr von Jagdtrophäen, die von nach CITES geschützten Tieren stammen, einreichte und diese vom Nationalrat angenommen wurde, soll nun auch der Ständerat über die Motion entscheiden. Die Empfehlung der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates (WBK-SR) über Annahme oder Ablehnung der Motion, sollte eigentlich bereits seit Anfang Februar vorliegen, doch wurden die Beratungen aus Zeitgründen auf die nächste Kommissionssitzung vertagt.

Der Ausgang der Beratung in der WBK-SR soll damit spätestens Anfang Mai bekannt gegeben werden.

Zur Unterstützung des Vorstosses hat die TIR Ende letzten Jahres einen offenen Brief aufgesetzt, der dem Ständerat im Vorfeld der entsprechenden Abstimmung vorgelegt werden soll. Mittlerweile sind bereits 912 Unterschriften zusammengekommen. Weiter konnten wir die Unterstützung von über 50 Tierschutzorganisationen im In- und Ausland zu Gunsten der Motion gewinnen. Dank der Sistierung des Geschäfts im Parlament, verlängert sich nunmehr die Zeit, Unterstützerinnen und Unterstützer für den offenen Brief zu erreichen, womit beim Ständerat Gehör erlangt werden soll.

In unserem aktuellsten TIR-Info-Flyer zeigen wir die wichtigsten Fakten und Problemfelder der Trophäenjagd auf. So widerlegt dieser unter anderem ein oftmals vorgebrachtes Argument, die Einnahmen aus der Trophäenjagd würden in Artenschutzprojekte fliessen oder der lokalen Bevölkerung zukommen. Vielmehr handelt es sich bei den Profiteuren aber um ausländische Anbieter entsprechender Jagdsafaris oder um korrupte Staatsangestellte. Aus diesen und weiteren Gründen hofft die TIR auf die Annahme der Motion und bedankt sich für Ihre Unterstützung!

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