TIR nimmt an Tagung zum Thema "Tierethik im Konflikt – Welche Verantwortung haben wir für Tiere?" in Hofgeismar teil
Über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen Anfang Juni an einer Tagung der Evangelischen Akademie im nordhessischen Hofgeismar teil. Während der dreitägigen Veranstaltung fanden sowohl Referate als auch Workshops rund um das Thema "Tierethik im Konflikt – Welche Verantwortung haben wir für Tiere?" statt. Mit dabei waren auch zwei Juristinnen der Stiftung für das Tier im Recht (TIR).
12.06.2024
Vom 7. bis 9. Juni 2024 fand an der Evangelischen Akademie Hofgeismar eine Tierschutztagung zum Thema "Tierethik im Konflikt – Welche Verantwortung haben wir für die Tiere?" statt. Organisiert wurde die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung in Kooperation mit den Landestierschutzbeauftragten Baden-Württemberg und Hessen sowie mehreren Tierschutzvereinen, wie der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V und dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Das Ziel der Tagung bestand insbesondere darin, eine Resolution mit konkreten Forderungen für mehr Tierschutz zu erarbeiten und den Wissensaustausch zwischen den Teilnehmenden zu fördern.
Am diesjährigen Anlass fanden Referate von acht Fachpersonen aus den Bereichen Ethik, Philosophie, Veterinärmedizin, Theologie, Rechtswissenschaft und Agrar- und Tierpolitik statt. Die Vorträge mit den anschliessenden Workshops orientierten sich an der Frage, welche Verantwortung Menschen gegenüber Tieren haben. Beleuchtet wurde die Thematik von den Referierenden aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wobei unser Umgang sowohl mit Heimtieren, landwirtschaftlich genutzten Tieren und Wildtieren als auch mit Versuchstieren diskutiert und hinterfragt wurde. Das vollständige Programm finden Sie hier.
Am Ende der Veranstaltung verabschiedeten die Teilnehmenden gemeinsam eine Resolution bestehend aus 18 Forderungen. Hierzu gehörte etwa ein Verbot der Haltung von Tieren mit vererbbaren Belastungen, eine deutschlandweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen, die vollumfängliche Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie und eine wesentlich verbesserte personelle und materielle Ausstattung der mit Tierschutz befassten Behörden. Weiter werden auch die Religionsgemeinschaften aufgefordert, die zunehmend zu beobachtenden Aufbrüche von religiösen Traditionen beim Umgang mit nichtmenschlichen Tieren als Chance anzuerkennen. Die Resolution wurde mittlerweile an die Bundesregierung, die Landesregierungen und die Religionsgemeinschaften versandt und ist online abrufbar.
Die TIR war mit einer Zweierdelegation vor Ort in Hofgeismar vertreten und hält die Tagung und den interdisziplinären Fachaustausch für sehr gewinnbringend. Das Zusammenkommen von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Organisationen hilft, wichtige Kontakte zu knüpfen und damit die Kräfte für zukünftige Tierschutzprojekte über die Landesgrenzen hinaus zu bündeln. Wir danken den Organisatorinnen und Organisatoren für die gelungene Durchführung des Anlasses und freuen uns, in zwei Jahren wieder dabei zu sein.