Tierschutzorganisationen sind alarmiert: Nationalrat darf Pelz-Gegenvorschlag nicht verwässern!

Diesen Mittwoch berät der Nationalrat über den vom Bundesrat vorgelegten indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative "Ja zum Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte". Der Bundesrat will ein Import- und Handelsverbot für tierquälerisch erzeugte Pelze ins Tierschutzgesetz aufnehmen – ein sehr wichtiger Schritt für den Tierschutz.

15.09.2025

Doch die vorberatende Kommission (WBK-N) beantragt eine entscheidende Abschwächung: Pelze, die "gemäss international anerkannten Zertifizierungssystemen" produziert, sollen weiterhin eingeführt und verkauft werden dürfen. Das Problem: Diese Zertifikate (z.B. FURMARK oder Saga Furs) stammen aus der Pelzindustrie selbst und zementieren lediglich die üblichen Bedingungen auf industriellen Pelzbetrieben. Tiere werden also in engen Käfigen auf Gitterböden gehalten, ohne artgerechte Beschäftigung – mit gravierenden Folgen: Verletzungen, Infektionen, Stereotypien, Aggressionen bis hin zu Kannibalismus.

Auch ein aktueller Bericht der European Food Safety Authority (EFSA) bestätigt: Käfighaltung von Pelztieren ist untrennbar mit massivem Tierleid verbunden – auch auf zertifizierten Betrieben.

Die Fassung der WBK-N ist aus unserer Sicht somit inakzeptabel. Gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen fordern wir den Nationalrat auf, an der strengeren Version des Bundesrats festzuhalten, die vorsieht, sich auf ein Zertifizierungsprogramm des zuständigen Bundesamts zu stützen. Zudem befürworten wir den Antrag einer Minderheit der WBK-N, der fordert, im Tierschutzgesetz festzuhalten, dass Pelze aus Käfighaltung oder Fallenfang in jedem Fall vom Import- und Handelsverbot erfasst sind.