TIR leitet Workshop an der Ferienakademie des Cusanuswerks zum Thema "Hinter Gittern. Der Zoo zwischen Artenschutz und Museum"
Vom 22. bis 29. August 2025 fand an der Landvolkshochschule Freckenhorst (LVHS) in Warendorf (D) eine Ferienakademie für Studierende in einem Förderprogramm des bischöflichen Cusanuswerks zum Thema Zoo statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung durfte die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) an eineinhalb Tagen einen interaktiven Workshop unter dem Titel "Tierethik und Zoos – Rechtliche, ethische und gesellschaftliche Perspektiven" mit den engagierten Stipendiatinnen und Stipendiaten durchführen.
01.09.2025
Das Cusanuswerk ist eines von 13 Begabtenförderungswerken in Deutschland. Es wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und unterstützt besonders begabte und engagierte katholische Studierende und Promovierende aus allen Fachrichtungen. Die Ferienakademie "Hinter Gittern. Der Zoo zwischen Artenschutz und Museum" war Teil der Studienförderung und brachte rund 80 Stipendiatinnen und Stipendiaten des Cusanuswerks zusammen. Eingeführt in die Thematik wurden die Teilnehmenden durch den Vortrag "Zoos heute und morgen" von Dr. Sabrina Linn, Kuratorin des Zoos Frankfurt. Im Laufe der Akademie wurden an eineinhalb Tagen zudem drei verschiedene Workshops rund um das Thema Zoo angeboten. Die TIR wurde angefragt, einen dieser Workshops zu leiten. Daneben referierte Dr. Philipp Wagner, Kurator des Allwetterzoos Münster, über die Artenvielfalt in Zoos, während Dr. Wiebke Reinert, Historikerin an der Universität Kassel, einen Workshop zur Zoogeschichte gestaltete.
TIR-Geschäftsleitungsmitglied Dr. Vanessa Gerritsen gab den 45 Teilnehmenden des Workshops einen Einblick in die Stiftungsarbeit der TIR und stellte die für zoologische Einrichtungen relevante Rechtslage in der Schweiz und in Deutschland vor. In einem weiteren Fachreferat beleuchtete sie aktuelle Diskussionen zu dieser Thematik sowie einschlägige Urteile zum in Deutschland geltenden "vernünftigen Grund". TIR-Juristin Deborah Bätscher referierte über den Anfang des Jahres erschienenen Meinungsbeitrag einer Forschungsgruppe der Universität Zürich zur Verfütterung sogenannter "überzähliger" Zootiere. Am zweiten Tag präsentierte sie zudem die historische Entwicklung zoologischer Einrichtungen und stellte alternative Konzepte für den Zoo der Zukunft vor.
Neben den Inputs der TIR-Referentinnen beinhaltete der Workshop auch interaktive Elemente. So setzten sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten kritisch mit unterschiedlichen Zoopraktiken auseinander und ordneten diese nach ihrer ethischen Vertretbarkeit. Auch Themen wie Artenschutz, Bildungsauftrag und Zuchtprogramme wurden kontrovers diskutiert. Darüber hinaus entwarfen die Teilnehmenden eigene gesetzliche Regelungen und Zoopläne, die ihrer Ansicht nach den Anforderungen an einen modernen Zoo entsprechen. Den Abschluss bildete eine simulierte Gerichtsverhandlung zu einer fiktiven Strafanzeige gegen einen Zoo.
Die TIR dankt dem Cusanuswerk und insbesondere Herrn Dr. Roman Tischer für die ausgezeichnete Organisation der Veranstaltung sowie den Stipendiatinnen und Stipendiaten für die aktive Teilnahme, die anregenden Diskussionen und die zahlreichen hervorragenden Ideen. Es war eine grosse Freude, im Rahmen der Akademie mit so vielen engagierten Personen über das Thema Zoo ins Gespräch zu kommen.