Tierversuchsstatistik 2024: Weniger Tiere, aber stärkere Belastung

Im Jahr 2024 wurden in der Schweiz 522’636 Tiere in Tierversuchen eingesetzt – rund 12 % weniger als im Vorjahr (und so wenige wie noch nie seit Beginn der Erhebung 1983) Der Rückgang betrifft vor allem belastungsfreie Versuche und solche mit geringer bis mittlerer Belastung. Die Zahl stark belastender Versuche nahm hingegen zu: 27’380 Tiere wurden in Versuchen des höchsten Schweregrads eingesetzt – so viele wie zuletzt vor 25 Jahren. Besonders viele Tiere wurden für die Erforschung von Krebs sowie von neurologischen und psychischen Erkrankungen eingesetzt.

08.10.2025

Mäuse bleiben die am häufigsten verwendete Tierart, insbesondere in stark belastenden Experimenten. Der Einsatz von Fischen, Ratten und Schweinen ging dagegen zurück. Etwa drei Viertel aller Versuchstiere wurden für die Erforschung menschlicher Krankheiten eingesetzt, über die Hälfte (62%) in der Grundlagenforschung.

Trotz jährlich hunderttausender eingesetzter Tiere bleibt die Transparenz über Tierversuche in der Schweiz ungenügend. Die Bevölkerung erfährt kaum, welche Schmerzen, Leiden oder Ängste die Tiere erdulden müssen – und auch der konkrete gesellschaftliche Nutzen vieler Versuche bleibt unklar. Der Bund veröffentlicht nur wenige Basisdaten, wodurch sich die Öffentlichkeit kein vollständiges Bild der durchgeführten Experimente machen kann.

Die Stiftung für das Tier im Recht fordert seit Jahren mehr Offenlegung und einen schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen. Nur durch Transparenz, konsequente Förderung tierfreier Methoden und die Einhaltung ethischer Prinzipien kann unnötiges Tierleid verhindert und echter wissenschaftlicher Fortschritt erreicht werden.

Unsere Anstrengungen im Bereich Tierversuche:

  • Einsitz in der kantonalen Tierversuchskommission des Kantons Zürich 
  • TIR ist eine der Trägerorganisationen der Initiative "Forschungsplatz Schweiz sichern", die einen schrittweisen Ausstieg aus belastenden Tierversuchen fordert
  • Standardwerk "Güterabwägung im Tierversuchsbewilligungsverfahren" (Ausgezeichnete Dissertation von Dr. iur. Vanessa Gerritsen)
  • Regelmässige Vorträge und Teilnahmen an Lehrveranstaltungen und Podiumsdiskussionen

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