Seminar zum Tierschutzstrafrecht 2025 – wiederum erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen TIR und Universität Zürich

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht von Prof. Dr. Daniel Jositsch hat die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) wiederum ein Seminar zum Tierschutzrecht an der Universität Zürich durchgeführt. Die teilnehmenden Jus-Studierenden setzten sich dabei vertieft mit der komplexen Thematik des strafrechtlichen Tierschutzes auseinander. Die Veranstaltung war aus Sicht aller Beteiligten ein voller Erfolg.

13.10.2025

Bereits zum insgesamt 13. Mal durfte die TIR an der rechtswissenschaftlichen Fakultät ein Seminar zum Tierschutzrecht mitorganisieren. Die Veranstaltung fand vom 8. bis 10. Oktober 2025 unter der Leitung von Prof. Dr. Daniel Jositsch, Ordinarius für Strafrecht und Strafprozessrecht, Ständerat und TIR-Stiftungsrat, sowie TIR-Geschäftsleiter Dr. Gieri Bolliger an der Universität Zürich statt. Die 19 teilnehmenden Studierenden hatten im Vorfeld ausführliche Seminararbeiten zu verfassen, deren Fokus auf strafrechtlichen Aspekten des Tierschutzes lag. 

Das breite Themenspektrum reichte von Arbeiten über die "Strafrechtliche Verantwortlichkeit des Fischers", den "Illegalen Hundehandel" bis hin zum "Zusammenhang von Tierschutzdelinquenz und Gewaltbereitschaft gegen Menschen". Weitere Fragestellungen betrafen etwa die "Tierwürdemissachtung als Straftatbestand", die "Strafrechtliche Verantwortlichkeit des Tierhalters bei der Alphaltung", "Tierschutzverstösse im Rahmen der Haltung und Präsentation von Wildtieren im Zirkus", "Schädlingsbekämpfung", sowie "Tierbefreiung und Aufdeckung von Tierschutzverstössen aus strafrechtlicher Sicht", um nur einige zu nennen. An zwei Seminartagen präsentierten die Studierenden ihre Arbeiten in Kurzvorträgen, die anschliessend im Plenum diskutiert wurden und regelmässig zu lebhaften Debatten führten. Der Austausch verlief dabei stets respektvoll, sachlich und zugleich offen, sodass auch emotional besonders sensible Themen mit der nötigen fachlichen Distanz konstruktiv besprochen werden konnten.

Das Seminar bestand zudem aus sehr praxisnahen Fachvorträgen von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen der Mensch-Tier-Beziehung. Eingeleitet wurde es durch Ausführungen von Dr. Gieri Bolliger, der die Besonderheiten und praktische Umsetzung des Tierschutzstrafrechts beleuchtete. In der Folge referierten PD Dr. Dr. Thomas Noll über Tierquälerei aus psychologisch-forensischer Sicht und die ehemalige Zürcher Kantonstierärztin Dr. Regula Vogel über den verwaltungsrechtlichen Vollzug des Tierschutzrechts.

Lea Ochsner gab den Studierenden einen Einblick in ihre Tätigkeit als für die Verfolgung von Tierschutzdelikten zuständige Staatsanwältin im Kanton St. Gallen. Chantal Stucki, Mitarbeiterin der Fachstelle Umwelt- und Tierschutzdelikte, stellte abschliessend ihre Arbeit als Polizistin vor und liess die Studierenden Fallbeispiele aus der Praxis lösen.Auf dem Seminarprogramm stand zudem ein spannender Rundgang durch verschiedene Bereiche des Tierspitals Zürich, gefolgt von einem Referat von Dr. Udo Hetzel über die Möglichkeiten und Grenzen der forensischen Veterinärpathologie. Neben dem fachlichen kam letztlich auch der gesellschaftliche Teil nicht zu kurz, indem die Veranstaltung durch ein gemeinsames Nachtessen mit einem gemütlichen Spaghettiplausch und vielen interessanten Gesprächen abgerundet werden konnte. 

Aus Sicht der TIR war das Seminar wiederum ein voller Erfolg. Die Auseinandersetzungen mit dem Tierschutzstrafrecht waren intensiv und gehaltvoll, und die gesamthaft hohe Qualität sowohl der Arbeiten als insbesondere auch der Präsentationen darf als deutliches Zeichen für die Motivation und das Engagement der jungen Juristinnen und Juristen für die Materie gewertet werden. Viele der verfassten Arbeiten werden Eingang in die Bibliothek der TIR finden und so auch weiteren Interessierten zur Verfügung stehen. 

Die TIR freut sich sehr über ein rundum gelungenes Seminar und dankt allen Verantwortlichen und Teilnehmenden herzlich für ihren persönlichen Beitrag. Wir hoffen, dass die Veranstaltung allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben wird, und sind überzeugt, durch entsprechende Lehrveranstaltungen viele Studierende für den rechtlichen Tierschutz sensibilisieren und damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung künftiger Fachkompetenzen leisten zu können.

Seminarprogramm