Worauf ist bei der Haltung von Fischen zu achten?
Aquarien findet man heute nicht nur in privaten Wohnzimmern, sondern zunehmend auch an öffentlichen Orten wie Restaurants, Kleiderboutiquen, Coiffeursalons, Wartezimmern und dergleichen. Rund sieben Millionen dieser Tiere leben in Schweizer Privathaushalten. Die artgerechte Zierfischhaltung ist jedoch überaus anspruchsvoll und erfordert viel Tier- und Fachwissen. Fische werden hinsichtlich ihrer kognitiven Leistungen, ihrer Empfindungsfähigkeit und ihrer Bedürfnisse überdies regelmässig unterschätzt.
Die Bedürfnisse von Aquarienfischen unterscheiden sich aufgrund der Vielzahl an Fischarten und der unterschiedlichen natürlichen Lebensräume erheblich. Gemeinsam ist allen Fischen, dass ihre Ansprüche an die Haltungsumgebung gross sind – auch wenn im Handel in Bezug auf einige Arten gelegentlich von "genügsamen" oder "anspruchslosen" Tieren gesprochen wird. Viele Fische sind an spezifische Umgebungen angepasst und tolerieren in einem Aquarium nur geringe Unterschiede bezüglich Wasserqualität, insbesondere etwa hinsichtlich Säuregrad, Wasserhärte oder Sauerstoffgehalt.
Aquarien sind keine blossen Dekorationselemente, vielmehr bilden sie den Lebensraum für empfindungsfähige Fische. Neben den allgemeinen Bestimmungen der Tierschutzgesetzgebung müssen Tierhalter auch die Mindestmasse für Aquarien beachten. Weil die Tierschutzverordnung den unzähligen verschiedenen Zierfischarten nicht mit einigen wenigen Bestimmungen gerecht werden kann, legt sie lediglich generelle Mindestanforderungen fest (siehe Anhang 2 - Tabelle 8 der Tierschutzverordnung). Jede Art hat aber natürlich ihre individuellen Bedürfnisse. Beispielsweise gibt es Schwarmfische, die besonders viel Platz beanspruchen. Generell sollten die Mindestvorgaben der Tierschutzverordnung grosszügig überschritten werden, um den Tieren eine gewisse Lebensqualität zu bieten.
Zu beachten ist auch, dass grosse Aquarien in der Regel einfacher zu betreuen sind als kleine, da die Wasserqualität weniger schnell aus dem Gleichgewicht fällt. Vorgeschrieben ist im Weiteren, dass das Becken nicht von allen Seiten einsehbar sein darf und der Tag- und Nachtrhythmus der Fische eingehalten werden muss. Auch bei der Ausgestaltung des Aquariums muss der Artenvielfalt genügend Rechnung getragen werden. So gibt es Fischarten, die im Vergleich zu anderen ein erhöhtes Bedürfnis nach Versteckmöglichkeiten wie Höhlen oder Pflanzen haben. Der Halter hat die arteigenen Haltungsanforderungen seiner Tiere sorgfältig zu studieren. Nicht alle Fischarten lassen sich miteinander vergesellschaften. Eine ungeeignete Kombination verschiedener Fischarten führt zu Stress und letztlich zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit. Oftmals vergessen wird, dass Fische Individuen mit je eigenem Charakter sind. Fische können Sympathien und Abneigungen gegenüber ihresgleichen haben, selbst wenn sie derselben Art angehören. Selbstverständlich ist auch auf die Tierzahl zu achten: Zu viele Tiere lösen Dichtestress aus.
Die bekannten Goldfischgläser vermögen den Anforderungen an eine tiergerechte Haltung keinesfalls zu genügen. Die Fische haben darin viel zu wenig Platz und können sich nicht orientieren. Zierfische werden häufig als Wildfänge der freien Natur entnommen, wobei sehr viele aufgrund tierschutzwidriger Fang- und Transportmethoden sterben. Auf importierte Fische sollte daher unbedingt verzichtet werden, ebenso wie auf Qual- bzw. Defektzuchten, die auch bei Zierfischen verbreitet sind.
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