TIR erklärt, warum auf Daunen verzichtet werden sollte
Ob Jacken, Bettwaren oder Schlafsäcke: Daunenprodukte sind gerade in den Wintermonaten vielerorts noch immer gefragt. Oftmals in Vergessenheit gerät dabei, dass die Herstellung entsprechender Artikel mit grossem Tierleid verbunden und gemäss schweizerischem Recht verboten ist. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) empfiehlt deshalb, gänzlich auf Daunen zu verzichten.
26.01.2026
Daunen sind die feinen Unterfedern von Enten und Gänsen, die die Tiere vor Feuchtigkeit und Kälte schützen. Sie sind leicht und besitzen eine hohe Elastizität, was sie besonders attraktiv für die Produktion von Bettwaren, Schlafsäcken, Jacken und Mäntel sowie etwa auch von Handschuhen oder Sofas macht. Die Daunen stammen meist aus China, Polen, Frankreich und Ungarn.
Für die Tiere geht die Daunengewinnung allerdings mit massiven Belastungen einher, da diese vielfach mittels Lebendrupf erfolgt. Den häufig gewaltsam, teilweise kopfüber fixierten Tieren werden dabei die Federn bei lebendigem Leib und vollem Bewusstsein aus dem Körper gerissen, was offene Wunden, ausgerenkte Gelenke und gebrochene Flügel zur Folge haben kann. Die Millionen von verwendeten Tieren müssen dieses Prozedere zwischen vier- und siebenmal über sich ergehen lassen, bevor sie letztlich im Alter von rund fünf Jahren geschlachtet werden.
Das Schweizer Tierschutzrecht verbietet diese quälerische Praktik richtigerweise ausdrücklich.
Der Import und der Handel mit Daunen aus Lebendrupf sind jedoch nach wie vor zulässig. Im Gegensatz zu Pelzprodukten besteht für Daunen nicht einmal eine Deklarationspflicht. Angaben zur Herkunft oder zur Art der Gewinnung müssen daher gesetzlich nicht offengelegt werden. Entsprechende Informationen können aber natürlich freiwillig oder im Rahmen brancheninterner Labels angebracht werden. Für Konsumentinnen ist es somit häufig nur sehr schwierig festzustellen, woher die Federfüllung einer Jacke tatsächlich stammt. Beim Kauf empfiehlt es sich deshalb, gezielt nachzufragen, ob der Ursprungsort sowie die Gewinnungsform bekannt und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleistet ist.
Aus Tierschutzsicht ist klar: Wer Tierleid vermeiden will, sollte konsequent auf Daunen verzichten. Heute gibt es zahlreiche Alternativen, die ebenso funktional sind, ohne dass dafür Tiere leiden müssen, so beispielsweise synthetische Füllmaterialien oder pflanzliche Naturfasern wie Baumwolle. Für Duvet und Kissen bieten sich zudem Bambusfasern als weiche und atmungsaktive Alternative an.